„Hunderte Menschen könnten jedes Jahr einen Brand zu Hause überleben, wenn sie durch Rauchwarnmelder rechtzeitig gewarnt worden wären“, sagt Ralf Ackermann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Hintergrund dieser Aussage ist die Tatsache, daß in Deutschland jährlich rund 600 Menschen bei Bränden in Privathaushalten sterben. Die Brandgefahr ist nie zu unterschätzen. Ursache für die etwa 200.000 Brände im Jahr ist nicht nur Fahrlässigkeit; oft lösen auch technische Defekte die Brände aus. Brände werden in Privathaushalten vor allem nachts zur tödlichen Gefahr, wenn alle Bewohner schlafen und ein entstehender Brand erst spät bemerkt wird. Im Schlaf riecht der Mensch nichts.


Obwohl sich nachts nur etwa 35% der Brände ereignen, sind hierbei 70% der Brandtoten zu verzeichnen.
Tödlich ist bei einem Brand in der Regel aber nicht das Feuer, sondern der Rauch. Bereits wenige Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein, die Opfer werden im Schlaf bewusstlos und ersticken dann. Die überwiegende Zahl der Brandtoten sind tatsächlich „Rauchtote“.
Zu einem Aktionstag am Freitag, 13. Juni unter dem Motto „Freitag, der 13. wird Ihr Glückstag sein“ ruft die Aufklärungskampagne „Rauchmelder retten Leben“ auf.
An diesem bundesweiten Aktionstag der Aufklärungskampagne "Rauchmelder retten Leben" rufen Feuerwehren, Schornsteinfeger und Versicherungen die Bevölkerung dazu auf, qualitätsgeprüfte Rauchwarnmelder zu installieren und regelmäßig zu kontrollieren.
Diese kleinen Lebensretter wachen nicht nur über die Kinder, sondern auch über die Erwachsenen.
Rauchwarnmelder retten Leben: sie warnen rechtzeitig vor der Gefahr - noch bevor sich die tödlichen Rauchgaskonzentrationen gebildet haben. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt die Bewohner auch im Schlaf rechtzeitig vor der Gefahr und verschafft Ihnen den nötigen Vorsprung, um sich und die Familie in Sicherheit bringen zu können.

Achtung: Rauchwarnmelder ist nicht gleich Rauchwarnmelder.

Die Feuerwehr empfiehlt VdS-anerkannte Rauchwarnmelder nach der Norm DIN EN 14604 .
Nur Rauchwarnmelder kaufen, deren Batterien über eine Lebensdauer von mehr als 5 Jahren, besser von bis zu 10 Jahren verfügt.
Rauchwarnmelder sollten routinemäßig getestet werden. DFV-Vizepräsident Ackermann: „Zur eigenen Sicherheit empfehlen wir vor allem nach einer Reise oder nach längerer Abwesenheit, sich per Druck auf den Prüfknopf über die Funktionsfähigkeit – wie den Ladezustand – zu vergewissern.“

Der bundesweite Aktionstag, an dem sich zahlreiche Feuerwehren mit Info-Material, Presseterminen oder Internetseiten beteiligen, findet schon zum dritten Mal statt. Die Initiatoren wollen mit dem Mythos des Unglückstages verdeutlichen, dass Sicherheit keine schicksalshafte Fügung ist, sondern jeder Mensch etwas dafür tun kann. Deshalb lautet das Motto des Aktionstages: Freitag, der 13. wird Ihr Glückstag sein, wenn Sie jetzt Rauchmelder installieren.

Was viele Menschen noch nicht wissen: bereits in sieben Bundesländer der BRD besteht eine Pflicht für Rauchwarnmelder in privaten Wohnungen.
In Deutschland waren Rauchwarnmelder bis vor wenigen Jahren gesetzlich nicht vorgeschrieben. Dagegen sind beispielsweise in den USA, in Großbritannien oder Schweden der überwiegende Teil der Haushalte mit Rauchwarnmeldern ausgerüstet, wodurch die Anzahl der Brandtoten um bis zu 40% gesunken ist.
Die Kampagne "Rauchmelder retten Leben" ist seit dem Jahr 2000 für die Brandschutzaufklärung im privaten Wohnraum aktiv – mit der Unterstützung der Feuerwehren und Schornsteinfeger; diese stehen auch für weitere Auskünfte zur Verfügung. So hat sich allmählich das Bewusstsein der Bevölkerung und damit auch der politischen Entscheider dahingehend geändert, Rauchwarnmelder als wirkungsvolle Lebensretter wahrzunehmen. Die Erfahrung auch anderer Länder hat gezeigt, dass Freiwilligkeit nur eine sehr geringe Ausstattung von Haushalten zur Folge hat.
Heute haben bereits sieben Bundesländer (Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen) eine Rauchwarnmelderpflicht für private Wohnräume. Gerade die Umsetzungfristen sind in den Bundesländern aber nicht einheitlich.

In Hessen gilt die neue Gesetzgebung zunächst für Neubauten.
Für Bestandsbauten (vorhandene Wohnungen) besteht eine Nachrüstpflicht bis zum Jahr 2014 .

Der entsprechende Absatz im § 13 der Hessischen Bauordnung lautet:
"(5) In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Bestehende Wohnungen sind bis zum 31. Dezember 2014 entsprechend auszustatten."

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(Text: M.Trägner)

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